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In der Rubrik ‘Entdecken’ finden Sie eine Auswahl an Artikeln aus unserem Newsletter. Einen vollständigen Überblick finden Sie in unserem Archiv.

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Risiken für Patienten durch Legalisierung von Freizeit-Cannabis in Deutschland

In einem am 5.3.2022 veröffentlichtem Interview mit dem Handelsblatt warnt Tjalling Erkelens vor den möglichen negativen Folgen einer Legalisierung von Freizeit-Cannabis in Deutschland. Während bedrocan sich seit 20 Jahren auf ein hochstandardisiertes medizinisches Heilprodukt spezialisiert hat, erwartet der bedrocan CEO, dass sich viele Firmen von medizinischem Cannabis abwenden. „Länder wie Kanada zeigen, dass bei einer Legalisierung Patienten, die auf medizinisches Cannabis angewiesen sind, benachteiligt werden“, sagt er. „Das hat zu Versorgungsengpässen für Patienten geführt, denn viele Erzeuger haben sich vom medizinischen Cannabis abgewandt, um den größeren Markt für Freizeitcannabis zu erobern. Dort sind die Qualitätsanforderungen niedriger, die Vorschriften weniger streng, und es locken höhere Gewinne“. Daten unter anderem von Statistics Canada belegen dies.

Neben der Versorgungslage besteht die Gefahr, dass Patienten auf das wesentlich leichter erhältliche Freizeit-Cannabis umsteigen, solange medizinisches Cannabis in Deutschland nur mit erheblichen bürokratischen Hürden zu erhalten ist. „Dann haben die Patienten keinen regelmäßigen Kontakt mehr zu ihrem Arzt oder ihrer Apotheke und die medizinische Betreuung fehlt“, so der Gründer des Familienunternehmens im Interview mit dem Handelsblatt. Falsche Dosierungen oder die niedrigere Qualität des Freizeitcannabis würden dann für Patienten gefährlich, besonders wenn sie keine oder wenig Erfahrung mit Cannabis haben.

Der Handelsblatt-Artikel führt aus, wie bedrocan über die Jahre zum größten Hersteller für medizinisches Cannabis in der EU wurde, und wie die bewusste Entscheidung zur Konzentration auf medizinisches Cannabis die Firmenphilosophie prägt. Erkelens begründet damit auch seinen Ausstieg bei Canopy Growth in Kanada im Jahr 2016: „Man kann nicht beides auf einmal machen“. Die Anforderungen an die Pflanzen, den Anbau, die Produktion und die Regulatorik seien grundverschieden. „Für uns ist Cannabis kein Lifestyleprodukt. Es ist ein Arzneimittel, das effizient, sicher und für alle erschwinglich sein sollte“, so Erkelens.

Die Problematik von CBD-Öl

Die Qualität von CBD-Öl und anderer CBD-Produkte, die heute weit verbreitet sind, variiert erheblich. Von Ölen pharmazeutischer Qualität bis hin zu Produkten mit fragwürdiger Zusammensetzung und in einigen Fällen geradezu gefährlich, ist alles auf dem Weltmarkt anzutreffen. Worauf sollten Sie als Verbraucher also unbedingt achten?

Weltweit besteht ein großes Interesse an Cannabidiol (CBD), was zum Teil auf die vielen Investitionsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Das liegt zum Teil daran, dass CBD im Gegensatz zur THC keine berauschende Wirkung hat.

Gleichzeitig wurde es in einer Reihe von Ländern neu klassifiziert, so dass es als rezeptpflichtiges Heilmittel verwendet werden darf. Vor dem Hintergrund der regulatorischen Veränderungen wurde CBD weltweit so dargestellt, als sei es ein Allheilmittel.

Die Zunahme der Verwendung von CBD-Öl oder anderen Produkten, die CBD enthalten, spiegelt eine starke Zunahme der Selbstmedikation wider. Diese Tendenz geht mit dem Risiko einher, hohe Dosen eines Medikaments einzunehmen, von dem wir nur sehr wenig wissen.

CBD-Öl

Der Vormarsch von CBD-Öl

Charlotte Figi, eine amerikanische Mädchen bei wie im Alter von zwei Jahren das Dravet-Syndrom diagnostiziert wurde, löste einen Sturm aus – ein Online-Video und die Geschichte verbreiteten sich viral. Die orale Verabreichung von CBD verringerte die durch das Dravet-Syndrom verursachten Anfälle. Die grosse Medienberichterstattung erhöhte die Nachfrage nach CBD, während politische Machtspiele die Zugänglichkeit verbesserten.

Zwar nahm die Zahl der Cannabinoidbehandlungen aufgrund der Anhäufung anekdotischer Beweise zu, aber das Fehlen klinischer Beweise untermauerte weder die Sicherheit noch die Wirksamkeit.

In der Folge veröffentlichte der Medikamentenentwickler GW Pharmaceuticals solide Forschungsergebnisse zur Unterstützung des Einsatzes von CBD bei therapieresistenter Epilepsie (d.h. Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom). Epidiolex™ wurde anschließend von der Food and Drug Administration (FDA), der amerikanischen Arzneimittelbehörde, zugelassen.

Als sich der Schwerpunkt der Berichterstattungen nicht nur auf Epilepsie, sondern allmählich auch auf andere Krankheitsbilder verlagerte, gewann CBD an Dynamik. Angesichts des vielversprechenden therapeutischen Potenzials in Verbindung mit dem Mangel an regulatorischer Aufsicht ist ein riesiger globaler Markt für (nicht regulierte) CBD-Produkte entstanden.

CBD Öl: Nicht regulierte Produkte

Nicht oder schlecht regulierte Produkte stellen sowohl für Verbraucher als auch für Patienten ein Problem dar.

So kann es vorkommen, dass die Zusammensetzung von Cannabinoiden weder korrekt offengelegt noch von einem zertifizierten Kontrolllabor geprüft wird.

Einige Produkte enthalten möglicherweise keinerlei CBD, während andere hohe Dosen von THC enthalten können. Solch zweifelhafte Produkte enthalten oftmals Lösungsmittelrückstände, die bei der Herstellung anfallen, sowie Kontaminationen wie Mikroben, Pestizide, Schwermetalle oder Mykotoxine. Abgesehen davon, dass es eine Gesundheitsgefahr der Verbraucher darstellt, erschwert die mangelnde Konsistenz der Präparate die Beurteilung der therapeutischen Wirkungen.

Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach CBD erheblich zunehmen wird, sobald CBD für die Verwendung als Wellness-Produkt (z.B. Lotionen, Balsame, orale Tropfen) verfügbar wird oder in Konsumgütern (z.B. Getränke und andere Lebensmittel) enthalten ist.

Zum Teil könnte dieser Trend auf die mächtige Alkoholindustrie zurückzuführen sein, wobei sich Unternehmen wie Constellation Brands (Alkoholproduzent) und Canopy Growth Corporation (kanadischer Hersteller von medizinischem Cannabis für den Freizeitbereich) auf dem Markt behaupten.

Kann CDB schädigend sein?

Es scheint einen weltweiten Konsens darüber zu geben, dass CBD sicher ist und keine schädlichen Folgen hat. Das mag vor allem daran liegen, dass CBD, neben relativen Erfolg in bestimmten Fällen, nicht berauschend ist.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat sich mit diesem Thema befasst und festgestellt, dass “es viele unbeantwortete Fragen über Wissenschaft, Sicherheit und Qualität von Produkten gibt, die CBD enthalten.”

Sollte sich CBD als riskante Substanz erweisen und Schäden wie Lebertoxizität verursachen, wird die gesamte Industrie, die massiv in diese Substanz investiert hat, gründlich erforscht werden. Viele Unternehmen könnten in der Folge kollabieren.

CBD ist ein Arzneimittel

CBD, einschließlich CBD-Öl, ist ein Arzneimittel, konsultieren Sie daher unbedingt immer einen Arzt. Da die CBD das Endocannabinoid-System beeinflusst, kann sie auch dieses System stören. CBD birgt noch viel Unbekanntes. Insbesondere zur langfristigen Anwendung und hohen Tagesdosen sollte geforscht werden.

Einige bekannte Nebenwirkungen von CBD sind Müdigkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Darüber hinaus ist CBD in der Regel eine ergänzende Behandlung (in Kombination mit anderen Medikamenten) und wird von den Leber-Cytokochrom-P450-Enzymen (CYP450) metabolisiert.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln, die durch das CYP450-System metabolisiert werden, besteht ein Wechselwirkungspotenzial von Arzneimitteln. Nicht umsonst wird bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberinsuffizienz eine Dosisanpassung empfohlen, um die Belastung des Stoffwechselprozesses zu verringern.

Die weit verbreitete “Selbstmedikation” birgt Risiken, die über die schlechte Qualität der Produkte hinausgehen. Verbraucher oder Patienten sollten ermutigt werden, sich vor einem Therapieversuch über CBD zu informieren oder Gesundheitsfachleute zu befragen. Angehörige der Gesundheitsberufe müssten empfehlen, nur zuverlässige, sichere und standardisierte Produkte zu verwenden, vorzugsweise von pharmazeutischer Qualität. In der Regel bedeutet dies den Kauf von Produkten aus einer Apotheke.

Analyse-Zertifikat

CBD-Produkte werden heutzutage online oder in der Drogerie verkauft oder sind über informelle Kanäle erhältlich. In Europa und den Vereinigten Staaten werden viele CBD-haltige Produkte als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, und merkwürdigerweise werden die meisten nicht von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) oder der FDA, den Gremien, die sich mit Sicherheitsfragen befassen, zugelassen.

Ein seriöses CBD-Produkt verfügt über ein Analysezertifikat (CoA), in dem der deklarierte CBD-Gehalt (Milligramm pro Milliliter (mg/ml)) angegeben ist, und besitzt außerdem eine Garantie, dass das Produkt frei von Verunreinigungen ist.

Ein CoA wird von einem externen, unabhängig beauftragten Labor erstellt. Verlangen Sie dies! Ein Qualitätsprodukt hat wahrscheinlich auch Online-Rezensionen, die mit dem Analysezertifikat verglichen werden können.

Qualitätskontrolle und CBD-Öl

Qualitätskontrolle und Standardisierung sind von großer Bedeutung. Die Verwendung minderwertiger Rohstoffe und Methoden zur Herstellung von z.B. CBD-Öl führt zu einer inkonsistenten Zusammensetzung und dem Risiko einer Medikamentenkontamination (d.h. Toxizität).

Qualitativ hochwertige Produkte werden von pharmazeutischen Unternehmen oder Apotheken hergestellt. Der Herstellungsprozess gewährleistet gleichbleibende Stärke, Reinheit und Überwachung der Herstellungsprozesse.

Bedrocan und die Legalisierung von Cannabis in Deutschland

Die neue deutsche Regierung wird eine Form des Konsums von Cannabis als Freizeitdroge legalisieren. Bedrocan liefert bereits seit Jahren Cannabis für deutsche Patienten. Seit kurzem wird uns des Öfteren die Frage gestellt: „Werden Sie Cannabis als Freizeitdroge demnächst auch an deutsche Konsumenten liefern?“ Die Frage ist verständlich, aber die Antwort darauf ist einfach: Nein.

Bedrocan wird kein Cannabis für den Freizeitkonsum liefern. Das machen wir nirgendwo auf der Welt, auch nicht in den Niederlanden, und deshalb liefern wir auch nicht nach Deutschland.

Weshalb nicht?

Bedrocan beachtet strikt den Unterschied zwischen dem Einsatz von Cannabis für den medizinischen Gebrauch und Cannabis für den Freizeitkonsum. Wir befassen uns mit der Zulieferung eines pharmazeutischen verschreibungspflichtigen Produkts, das Patienten hilft. Wir widmen uns ausschließlich dieser Aufgabe. Das bedeutet somit auch, dass wir uns absolut auf keine Weise mit Cannabis für den Freizeitkonsum befassen können und auch nicht möchten.

In anderen Ländern haben wir (leider) feststellen müssen, dass Patienten, die Cannabis als Medizin verwenden, durch die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken benachteiligt werden. Nicht etwa durch die Legalisierung an sich, sondern durch die Tatsache, dass sich Erzeuger sozusagen haben verführen lassen, diesen Markt zu erobern. Die Qualitätsanforderungen sind niedriger, die Vorschriften sind vereinfacht, die Kontrollen sind weniger streng und die Erträge sind – so erhofft man sich – höher. Das Ergebnis: Medizinisches Cannabis geriet weiter (oder völlig) in den Hintergrund und war für Patienten nicht mehr erhältlich. Diesen Missstand möchten wir auf jeden Fall vermeiden.

Außerdem ist zu berücksichtigen, dass der Konsum von Cannabis sicherlich auch nachteilige Folgen haben kann. Aus diesem Grund setzen wir uns dafür ein, dass unsere Produkte ausschließlich für Patienten verfügbar sind, die sie mit ärztlichem Rezept und nach entsprechender Apothekerberatung anwenden können. Auch unsere langjährigen Erkenntnisse und Erfahrungen im Bereich des Anbaus von Cannabis möchten wir nur für dieses Ziel einsetzen.

Nehmen Betriebe oder Verbraucher Kontakt zu Bedrocan auf mit der Absicht einer Zusammenarbeit für den Absatz von Freizeit-Cannabis?

Sicherlich, sehr oft sogar. Und unsere Antwort ist und bleibt immer dieselbe: Nein.

Ist das nicht fragwürdig?

Das mag vielleicht zuerst fragwürdig klingen. Aber was wäre, wenn es um ein anderes Mittel und andere Benutzer ginge? Zum Beispiel, wenn der Konsum von Ecstasy-Pillen entkriminalisiert werden würde. Würde ein pharmazeutisches Unternehmen, das jetzt Antidepressiva oder Rheumamedikamente herstellt, darauf umsteigen? Nein, natürlich nicht. Sie würden sich davon fernhalten. Das gilt auch für uns. Medizinisches Cannabis und Freizeit-Cannabis sind zwei völlig unterschiedliche Produkte mit jeweils einer ganz anderen Zielgruppe. Diese sollte man nicht verwechseln.

Werden Sie weiterhin an Patienten liefern?

Die Lieferung durch die Medizinische Verwendung von Cannabis (BMC) wird nicht beeinflusst. Daher haben deutsche Patienten auch weiterhin Zugang zu unseren pharmazeutischen Produkten.

CBD, der populäre Inhaltsstoff von Cannabis

Cannabidiol, abgekürzt CBD, erfreut sich zurzeit großer Aufmerksamkeit; jeder kennt zumindest jemanden, der es einnimmt. Aber was ist CBD und wie verhält es sich zu THC?

CBD ist ein Cannabinoid, das nur in Hanfpflanzen vorkommt. Derzeit sind über 100 unterschiedliche Cannabinoide bekannt. Das am besten bekannte Cannabinoid ist THC. Diese beiden Substanzen besitzen eine sehr ähnliche chemische Struktur, haben aber eine ganz unterschiedliche Wirkung.

CBD besitzt medizinische Eigenschaften, versetzt den Benutzer jedoch nicht in einen Rauschzustand. Das ist beim THC anders. Entsprechende Studien haben die mögliche Wirkung von CBD bei der Behandlung der Symptome von Krankheiten wie rheumatoider ArthritisDiabetesPTSSAngststörungen und antibiotikaresistente Infektionen gezeigt.

CBD und Epilepsie

Seit einiger Zeit wird CBD bei Kindern mit therapieresistenter Epilepsie verwendet; zudem hat die niederländische Regierung Finanzmittel für weiterführende Forschung bereitgestellt.

CBD molecuul

Im Rahmen dieser Studie werden nicht nur die Auswirkungen von CBD geprüft, sondern auch die von Cannabisprodukten, die ebenfalls THC enthalten. THC dient insbesondere zur Bekämpfung von Übelkeit sowie Erbrechen, der Bekämpfung von Schmerzen und Muskelspasmen sowie zur Verbesserung des Schlafs und des Appetits.

Schmerzempfinden

Es wird angenommen, dass CBD die Auswirkungen von THC beeinflussen kann. Das ideale Verhältnis der beiden Substanzen ist allerdings noch nicht geklärt. Eine Studie, die sich mit dem Schmerzempfinden bei Fibromyalgie-Patienten befasst, hat auf jeden Fall gezeigt, dass die Kombination aus CBD und THC eine bessere Wirkung in Bezug auf das Schmerzempfinden hat als Produkte, die nur CBD enthalten. In einer Folgestudie wollen die Forscher nun das ideale Verhältnis zwischen THC und CBD bei der Bekämpfung neuropathischer Schmerzen ermitteln.

Letztlich hängt die medizinische Wirkung von Cannabis allerdings nicht vom CBD oder THC allein ab. Die Forscher sind der Auffassung, dass hierbei auch die Terpene von Bedeutung sind, wobei allerdings der Mechanismus noch nicht geklärt ist.

CBD und Teilnahme am Verkehr

Was die Einnahme von CBD und die Fahrtüchtigkeit betrifft, ist unbedingt darauf zu achten, CBD nicht mit THC zu kombinieren. Entsprechende Studien über die Auswirkungen von THC auf die Fahrtüchtigkeit haben gezeigt, dass Cannabis mit THC und CBD die Fahrleistungen stärker beeinträchtigt als Cannabis, das nur THC enthält. Überdies hatten die Teilnehmer, die Cannabis mit THC und CBD erhielten, etwas höhere THC-Blutwerte als die Teilnehmer, die Cannabis einnahmen, das ausschließlich THC enthielt. CBD an sich ist mit dem Autofahren hingegen durchaus verträglich. Es wurde kein Nachweis dafür gefunden, dass CBD alleine das Fahrverhalten beeinträchtigt.

Terpene verfeinern die therapeutische Wirkung

Terpene sind die Stoffe, die dem Cannabis seinen typischen Duft und Geschmack verleihen. Bisher wurden über 120 verschiedene Terpene im Cannabis nachgewiesen, mit speziellen Namen wie Myrcen, Alpha-Pinen und Beta-Caryophyllen.

Im Gegensatz zu den Cannabinoiden kommen die Terpene überall in der Natur vor. Sie finden sich zum Beispiel in Lavendel, Rosen und Tannen. Allerdings haben die Terpene eine außergewöhnliche Wirkung, weil sie bestimmten unerwünschten Auswirkungen des THC entgegenwirken können, wie zum Beispiel Unruhegefühlen oder dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses durch Cannabis-Konsum.

Bestimmte Terpene haben möglicherweise auch eine eigene medizinische Wirkung: manche sind starke Antibiotika, andere haben eine schmerzstillende oder entzündungshemmende Wirkung. Daher werden Terpene auch häufig bei der Aromatherapie verwendet.

Da es so viele unterschiedliche Terpene gibt, können sie in Cannabis-Pflanzen auch in sehr vielen Kombinationen vorkommen. Ebenso wie es bei den Cannabinoiden der Fall ist, kann auch jede spezifische Mischung von Terpenen eine einzigartige medizinische Wirkung entfalten. Man geht davon aus, dass die Terpene in Wechselwirkung mit Cannabinoiden eine andere Wirkung entfalten oder diese verstärken. Dies wird als Entourage-Effekt bezeichnet.

Trichome

CBD wird, ebenso wie andere Inhaltsstoffe, von winzigen Pflanzenhärchen hergestellt, die überall auf den Cannabis-Pflanzen vorkommen. Diese kleinen Haare, auch Trichome genannt, produzieren einen klebrigen Harz, der sich in kleinen Tropfen jeweils am Ende der Pflanzenhaare ansammelt. Die Trichome sind so klein, dass sie nur mit einem Vergrößerungsglas zu erkennen sind.

CBD zit als CBD-zuur in trichoom

Trichome gibt es auf den männlichen und den weiblichen Pflanzen, sie kommen aber insbesondere in den weiblichen Blütenspitzen vor.

Saure und neutrale Cannabinoide

THC und CBD liegen übrigens nicht in fertiger Form in der Cannabis-Pflanze vor, sondern müssen erst auf eine Temperatur von mindestens 180 °C erhitzt werden.

In der Pflanze liegen die Cannabinoide nur in der sauren Form vor. THC ist somit in erster Instanz THC-Säure (THCA) und CBD liegt in der Pflanze als CBD-Säure vor (CBDA, auch als cannabidiolic acid bekannt). Werden diese Substanzen hinreichend erhitzt, wandeln sich die Cannabinoidsäuren in eine neutrale Form um, die wir als THC beziehungsweise CBD bezeichnen. Diese chemische Reaktion wird als Decarboxylierung bezeichnet.

Die Decarboxylierung von Cannabis erfolgt durch Lichteinwirkung bei Zimmertemperatur auch spontan. Unter diesen Bedingungen verläuft die Reaktion allerdings nicht so schnell. In der Gefriertruhe hält sich Cannabis jedoch sehr lange.

CBD-Säure

Bis vor kurzem gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die sauren Cannabinoide keine medizinische Eigenschaften besitzen. Allerdings können diese Substanzen durchaus für die Verwendung als Medikamente interessant sein. Beispielsweise hat sich herausgestellt, dass CBD-Säure antibakterielle Eigenschaften besitzt und ein vielversprechender Entzündungshemmer zu sein scheint. Die THC-Säure wirkt sich auf das menschliche Immunsystem aus.

Rauchen von Cannabis vs Verdampfung

Weltweit verabreichen Menschen auf vielfältige Weise medizinischen Cannabis. Die Inhalation ist eine Möglichkeit. Obwohl die Verdampfung nach wie vor eine bemerkenswerte Art des Konsums ist, steht das Rauchen von Cannabis nach wie vor an erster Stelle. Aber warum Cannabis rauchen, wenn Verdampfung eine Option ist?

Warum sollte man Cannabis rauchen wenn das verdampfen eine Option ist?

Stellen Sie sich das Rauchen einmal vor. Einatmen… Ausatmen… Tief einatmen! Husten, husten, husten! Die Lungen gefüllt mit Rauch, Teer, Giftstoffen… Was ist das Beste? Rauchen von Cannabis oder verdampfung?

Seit Jahren werden wir vor dem Rauchen gewarnt, hauptsächlich aufgrund unseres kollektiven Wissens über die Risiken des Tabakrauchens. Somit ist uns eigentlich klar, dass auch das Rauchen von Cannabis schädlich ist.

Betrachtet man Kanada, so hat unter den Befragten, die im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, die Mehrheit Cannabisblüten konsumiert.

Ungeachtet der Tatsache, dass mehr als die Hälfte (53%) gesundheitlichen Warnhinweisen begegnet ist, die ihr Wissen über die mit dem Cannabiskonsum verbundenen Schäden erweitert haben, hat die Mehrheit weiter geraucht.

Tatsächlich war das Rauchen (84%) in Kanada die häufigste Konsummethode unter nicht-medizinischen Konsumenten. Obwohl sie nicht identisch sind, gibt es ähnliche Tendenzen unter den kanadischen Medikamenten-Konsumenten (die im Durchschnitt 1,5 Gramm/Tag Cannabisblüten konsumieren).

Und in der Tat spiegelt sich dieses Konsumprofil unter den Befragten in früheren Umfragen zum ‘Konsum’ wider.

Es stellt sich die berechtigte Frage, warum verdampfen die Betroffenen nicht?
Sind es die Kosten? Ist der Zugang und die Benutzung eines Vaporizers unerschwinglich? Sind es Menschen, die nicht an die Verdampfungstechnologie gewöhnt sind? Oder ist es vielleicht einfacher, einen Joint zu drehen und zu rauchen?

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Die Vorzüge der Verdampfung von Cannabis

Es ist uns hinreichend bekannt, dass die Verwendung eines hochwertigen Verdampfungsgerätes die respiratorischen Nachteile des Rauchens vermeidet.

Ein verdampfendes medizinisches Gerät senkt im Vergleich zum Cannabisrauchen die Konzentrationen toxischer Verbindungen wie Kohlenmonoxid, Ammoniak und polyaromatischer Kohlenhydrate (PACs) drastisch. Im Vergleich zum Rauchen sind höhere therapeutische THC-Konzentrationen und eine konsistente, reproduzierbare THC-Extraktion und -Abgabe möglich.

Es wurde festgestellt, dass die Inhalation über einen Verdampfer ein wirklich effizienter Darreichungsweg ist. Der Dampf wird rasch von den Lungen absorbiert, was rasch zu messbaren Cannabinoid-Serumspiegeln führt, die innerhalb von Minuten den Tmax-Wert erreichen.

Der rasche Wirkungseintritt von verdampften und inhalierten Cannabinoiden ermöglicht eine einfachere Titration der Dosis je nach Schwere des Symptoms, Verträglichkeit und Vermeidung von Nebenwirkungen.

Cannabisblüte in pharmazeutischer Qualität ist zwar vollständig standardisiert, ermöglicht aber die Verabreichung einer exakten Dosis – gesicherte Dosiszusammensetzung und Dosiswiederholbarkeit.

Es bedeutet auch, dass es frei von Schadstoffen wie Mikroben, Pestiziden, Schwermetallen und anderen toxischen Verbindungen ist. Aus Sicht der Patientensicherheit machen diese Eigenschaften den Dampf für die Inhalation in die Lunge sicherer.

In den letzten Jahren haben immer mehr Patienten Cannabisblüten verdampft, ohne über ernsthafte unerwünschte Reaktionen zu berichten. Es ist jetzt an der Zeit, nach Wegen zu suchen, wie Patienten vom Rauchen weg und hin zu weniger schädlichen Verabreichungsformen bewegt werden können.

Da die Patienten einen zuverlässigen, erschwinglichen und tragbaren Verdampfer für die Verabreichung von Cannabisblüten suchen, ist hier vielleicht mehr Aufmerksamkeit gefragt!

Ist eine kompetente, gut getimte Strategie der Weg in die Zukunft?

Rauchen von Cannabis oder Verdampfung. Zukunftsorientiertes Denken – strategische Sichtweisen

Da die Patienten eine Präferenz für Verdampfer angeben, könnte eine vernünftige Vorgehensweise und praktische Aufklärung der Weg sein, um eine positive Veränderung einzuleiten.

Im Hinblick auf die Handhabung muss die zukünftige Vorgehensweise klar und deutlich sein. Zum Beispiel ist in Deutschland, Australien, Neuseeland und den Niederlanden das Rauchen von Cannabis Flos (Cannabisblüte) nicht erlaubt und/oder es wird aktiv davon abgeraten. Die klinischen Leitlinien unterstützen lediglich Cannabis Flos zur Inhalation, die durch Verdampfen verabreicht werden. Derartige Richtlinien benötigen die Unterstützung des Gesundheitssektors und der Industrie und müssen von den Betroffenen und ihren Interessenvertretern mitgetragen werden.

Auch andere Ansätze sind denkbar:

  • Schaffung eines positiven regulatorischen Umfelds, das sich auf schnelle Entwicklungen in der Vaporisator-Industrie konzentriert und diese ermöglicht. Das Ziel besteht darin, Verdampfer einzuführen, die erschwinglicher, tragbarer, benutzerfreundlicher, umweltfreundlicher und konsumentenfreundlicher sind.
  • Sicherstellen, dass ein generelles Inhalationsverbot nicht in Gesetze gepresst wird. Qualitativ hochwertige Verdampfergeräte vom Markt auszuschließen, wäre unsinnig. Das würde bedeuten:
    • Zugelassene Verwendung in Krankenhäusern und Hospizen, in Altenheimen und im häuslichen Bereich zu unterbinden.
    • Auswirkungen auf die Verabreichungsmöglichkeiten haben; die therapeutischen Optionen und die Wahlfreiheit von Verschreibenden und Patienten einschränken.
    • Beschränkung der Verabreichung auf die orale Verabreichung (d.h. Ausschluss der Inhalationsoption).

Ein weiterer Aspekt wäre eine Strategie, die sich auf die Unterstützung der Aufklärung konzentriert:

  • Aufklärung der verschreibenden Ärzte, Apotheker und Patienten, damit diese die Unterschiede zwischen “vaporisierenden Cannabinoiden” und “verdampfenden Cannabis Flos (Cannabisblüte)” zur Kenntnis nehmen und die Gründe, warum das Rauchen vermieden werden sollte, umfassend begreifen.
  • Aufklärung der Konsumenten (d.h. der Patienten) über die Vorteile der Verwendung eines Verdampfers im Vergleich zum Rauchen. Dies erfordert eine wirklich kluge Sozialwerbung, die die Menschen dazu bringt, ihr oftmals verfestigtes Konsumverhalten und die akzeptierte Kultur des Rauchens eines Joint zu ändern.
  • Aufklärung der Konsumenten (d.h. der Patienten) über die Vorzüge eines guten Vaporizers – welche Qualitätsaspekte zu beachten sind.

Weitere Informationen zur Verabreichung finden Sie im Artikel The risks of vaping cannabis (Die Risiken des Verdampfens von Cannabis).

Verweise

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Drogenrausch vermeiden

Wird medizinisches Cannabis in größeren Dosierungen konsumiert, kann dies beim Anwender zu einem Drogenrausch führen. Es handelt sich dabei um eine leichte Intoxikation, die sich am besten als leichte Euphorie oder eine gestörte Realitätswahrnehmung beschreiben lässt (was wiederum leichte Angstzustände hervorrufen kann). Diese psychoaktive Wirkung wird von der Hauptkomponente des Cannabis, dem Cannabinoid THC, verursacht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Effekte auftreten, ist bei der oralen Einnahme von medizinischem Cannabis höher, da das Verdauungssystem THC-Stoffwechselprodukte freisetzt, Chemikalien also, die eine noch stärkere psychoaktive Wirkung haben als THC selbst. Dies ist einer der Gründe, warum bei oraler Einnahme häufig Probleme mit der Überdosierung auftreten.

Beim Cannabiskonsum in Form von Tee (einer leicht verdaulichen Flüssigkeit) treten derartige Nebenwirkungen weniger häufig auf. Patienten, die zu Psychosen neigen, sollten die Cannabis-Variante Bediol verwenden, da CBD nachweislich in der Lage ist, die psychoaktive Wirkung von THC zu hemmen.

Leichte Euphorie

In den meisten Fällen stellt sich das Rauschgefühl als leichte Euphorie dar (Glück, Energie). Mit der Zeit werden daraus Gefühle der Zufriedenheit und Entspannung. Einige Personen können eine leichte Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, eine erhöhte Herzfrequenz, unkontrolliertes Lachen und eine geänderte Wahrnehmung der Umgebung (Farben, Geräusche) erfahren. Hohe Dosierungen können leichte visuelle und akustische Halluzinationen hervorrufen. Bei der Verwendung als Freizeitdroge sind diese Symptome im Wesentlichen mild und auch erwünscht. Für unerfahrene Anwender oder nach dem Konsum hoher Dosierungen können diese Symptome in akute Angstgefühle umschlagen. In diesen Fällen reicht es normalerweise aus, sich an einer ruhigen, angenehmen Stelle hinzusetzen oder hinzulegen, vorzugsweise im Gespräch mit einer vertrauten Person.

Ist bereits in der Vergangenheit ein ungewolltes Rauschgefühl aufgetreten, lässt sich dies normalerweise vermeiden, indem man die Dosis verringert oder die Dosis verteilt über einen längeren Zeitraum konsumiert.

Niederländisches Krankenhaus startet eine wissenschaftliche Studie über Cannabisöl bei Leberkrebs

Das Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG) in den Niederlanden startet eine Studie, die sich mit der Wirkung von Cannabisöl bei austherapierten Leberkrebspatienten befasst. Im Rahmen dieser Pilotstudie, an der zwanzig Patienten teilnehmen werden, soll festgestellt werden, ob Cannabisöl in der Lage ist, Leberkrebstumore zu verkleinern. Dies ist ganz neu, denn eine solche Studie wurde bisher noch nicht durchgeführt. „Dabei handelt es sich in mehrfacher Hinsicht um eine Pionierarbeit“, sagt Maarten Nijkamp, Chirurg und Hauptforscher der Studie.

Innerhalb von drei Jahren wollen Nijkamp, sein Kollege Frederik Hoogwater, Derk Jan de Groot als Onkologe und Frans van der Heide als Magen-Darm- sowie Leberspezialist herausfinden, ob medizinisches Cannabisöl möglicherweise einen Einfluss auf das Wachstum (oder besser: die Rückbildung) von Leberkrebstumoren hat. Dazu werden zwanzig Patienten untersucht, die – abgesehen von der Behandlung der Symptome – austherapiert sind, aber noch über eine gute Leberfunktion verfügen. Letzteres ist insofern von Bedeutung, als eine funktionierende Leber das Cannabisöl auf natürliche Weise „verarbeiten“ kann. Sobald die richtige Cannabisöldosierung festgestellt worden ist und mit der Verabreichung begonnen wurde, wird jeder Teilnehmer nach drei, sechs und neun Monaten einem Leberscan unterzogen. Zudem wird Blut abgenommen, sodass die Leberfunktion untersucht und auch das Vorhandensein von Tumormarkern überprüft werden kann. Spätestens im Jahr 2024 – oder bereits früher, sofern möglich – will das Forschungsteam eine stimmige Schlussfolgerung formulieren.

Maarten Nijkamp UMCG

Anekdotische Hinweise

Die Idee für diese klinische Studie kam vor gut drei Jahren auf, als ein Patient des UMCG mit Leberkrebs im weit fortgeschrittenen Stadium bemerkenswerte Ergebnisse mit Cannabisöl zu erzielen schien. Die Tumore in seiner Leber verschwanden nach und nach, seit er mit der Einnahme von Cannabisöl begann. Inzwischen – fünf Jahre nach der Diagnose – wurde er als geheilt erklärt. Als sich später ein zweiter Patient mit vergleichbaren Ergebnissen meldete, erwachte das wissenschaftliche Interesse von Nijkamp und seinen Kollegen. „Das wäre allerdings auch dann passiert, wenn die Patienten stattdessen Fischöl eingenommen hätten“, nuanciert Nijkamp.

„Aber Cannabis und die Cannabisprodukte sind doch auch etwas Besonderes. Man muss nur im Internet suchen und schon zeigt sich, dass es durchaus anekdotische Hinweise darauf gibt, dass die Cannabinoide eine Waffe im Kampf gegen Krebs sind. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um Einzelfälle und es ist nicht bekannt, bei wie vielen Patienten die Einnahme von Cannabisprodukten nicht die gewünschte Wirkung hatte.“

„Dann gibt es auch noch die Laboruntersuchungen, wobei sich herausgestellt hat, dass Cannabis das Wachstum der Leberkrebszellen hemmen kann. Wenn man aber Krebszellen im Labor mit heißem Wasser oder Chlor übergießt, ist ein vergleichbarer Effekt zu erwarten. Kurz gesagt, kann man nicht behaupten, dass cannabinoid based medicines in der Lage sind, Krebs – in diesem Fall also Leberkrebs – zu heilen, denn dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis.”

Hinsicht

Dazu muss man eine klinische Studie mit echten Patienten durchführen, sagt Nijkamp. „Durch diese beiden Patienten erhielt das Thema „Cannabisöl und Leberkrebs“ für mich und meine Kollegen jedenfalls eine gewisse „Brisanz“, denn schließlich sind wir – abgesehen von unseren Spezialgebieten – eben auch Forscher. Und wir fühlten uns in wissenschaftlicher Hinsicht verpflichtet, eine entsprechende Studie zu beginnen. Gleichzeitig wussten wir aber auch, dass dies in mehrfacher Hinsicht eine Pionierarbeit werden würde.“

Pilotstudie über Leberkrebs

Soweit bekannt, ist das UMCG das erste Forschungsinstitut weltweit, das eine Studie über Cannabisöl bei Leberkrebs plant. „In dieser Form zumindest“, sagt Nijkamp. „Es gibt diverse Laboruntersuchungen, die sich mit der Auswirkung von Cannabis auf Tumore befassen; und wir kennen auch Studien über die Wirkung von Cannabisöl bei Gehirntumoren; aber unseres Wissens ist dies noch nicht weiter verfolgt worden. Und natürlich wird Cannabis von Krebspatienten verwendet, um die Lebensqualität während der Behandlung zu verbessern.“

We knew that since a few years the Transvaal Pharmacy specialised in the responsible production of medicinal cannabis oil. They prepare that on the basis of standardised medicinal cannabis that is produced by Bedrocan under a contract with the Ministry of Health. The oil of Transvaal Apotheek is of a consistent quality and is tested by an independent laboratory. We knew that Transvaal Apotheek was working on obtaining certificates for the production of trial materials. That requires a significant amount of prior testing and review, and we had to wait for that to be completed. Then it was a case of selecting the right cannabis oil for the trial.”

Somit handelt es sich hier um eine echte Pilotstudie. Die Studie befasst sich nur mit der Wirkung von Cannabis bei Patienten mit Leberkrebs, bei denen die Leber noch funktioniert. Nijkamp meint dazu: „Sobald wir feststellen, dass es bei einem einzigen Patienten etwas bewirkt, sind wir bereits einen Schritt weiter und können ernsthaft über weitere Studien nachdenken. Diese können sich beispielsweise auf Patienten mit Leberkrebs und Leberschäden sowie anderen Arten von Krebs beziehen. Zudem werden wir möglicherweise feststellen, dass Cannabinoide – in dieser Dosierung und bei diesen Patienten – die Lebensqualität verbessern. Auf dieser Grundlage könnten Produkte auf Cannabisbasis in Zukunft einen festen Platz in der Onkologie erhalten.“

Allerdings rechnet der Forscher auch damit, dass das Ergebnis darin bestehen kann, dass bei keiner der zwanzig Personen eine Reaktion festzustellen ist. „Dann haben wir getan, was wir aus medizinisch-wissenschaftlicher Perspektive tun mussten, stehen aber, was die Heilung der beiden eingangs genannten Patienten betrifft, noch immer vor einem Rätsel.“

Wer gehört zur Lieferkette des niederländischen Cannabis?

Bedrocan ist das einzige Unternehmen in den Niederlanden, das medizinisches Cannabis herstellt; was allerdings nicht bedeutet, dass wir das einzige Unternehmen sind, das mit dem Produktionsprozess zu tun hat. Die niederländischen Cannabis-Produkte legen einen weiten Weg zurück, bevor sie an die Apotheken ausgeliefert werden. Alle diese Unternehmen leisten einen Beitrag.

Der erste Schritt beginnt mit der niederländischen Regierung.

Medizinische Verwendung von Cannabis

Wer gehört zur Lieferkette des niederländischen Cannabis?

Die niederländische Cannabisagentur spielt eine besondere Rolle. Im Auftrag des niederländischen Ministeriums für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport ist diese Regierungsbehörde dafür verantwortlich, medizinisches Cannabis für die niederländischen Apotheken und für den Export bereitzustellen.

Diese Regierungsbehörde hat Bedrocan mit dem Anbau beauftragt.

Für die Verpackung und den Vertrieb des Cannabisprodukts sind andere Parteien zuständig. Bedrocan hat einen langfristigen Vertrag unterzeichnet. Außerdem bauen wir nur das an, was vom OMC bestellt worden ist.

Obwohl das Cannabisprodukt den Namen „Bedrocan“ trägt, gilt das OMC als offizieller Hersteller. Es überwacht alle Schritte des Produktionsprozesses, vom Anbau bis hin zur Auslieferung an die Apotheken.

Das Opiumgesetz

Da Cannabis gemäß dem niederländischen Opiumgesetz ein geregelter Stoff ist, kann Bedrocan keinen freien Handel damit betreiben. Dies entspricht auch den internationalen Vereinbarungen. Das OMC ist die einzige Institution in den Niederlanden, die niederländisches Cannabis kaufen, verkaufen und exportieren darf. Daher werden alle unsere Produkte ausschließlich vom OMC gekauft, bevor sie an eine Apotheke oder ein pharmazeutisches Unternehmen ausgeliefert werden. Dies gilt auch für Cannabisprodukte, die für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke vorgesehen sind. Dadurch will die Regierung dem Missbrauch vorbeugen und kontrollieren, woher das Cannabis kommt und wohin es geliefert wird.

Bevor das medizinische Cannabis unser Haus in großen luftdichten Säcken verlässt, überprüft ein Mitarbeiter des OMC das Produkt, wobei alle Säcke auch gewogen werden. Zudem wird eine Kontrollprobe entnommen und an ein unabhängiges Labor geschickt.

Über Bedrocan

Bedrocan besitzt zwei GMP-zertifizierte Produktionsstätten in den Niederlanden, eine Forschungseinrichtung und ein eigenes Labor in Amsterdam. Der Hanfanbau erfolgt weder im Freien noch in Gewächshäusern, sondern in Innenräumen in speziellen Anbauzellen. Dadurch können wir die Wachstumsbedingungen der Hanfpflanzen genau kontrollieren. Dies ist wichtig, damit jede Pflanze letztlich genau die richtige Zusammensetzung aufweist.

Zurzeit stellt Bedrocan fünf verschiedene standardisierte Cannabis-Sorten her, mit jeweils eigener Zusammensetzung in Bezug auf THC und CBD, den am besten bekannten Inhaltsstoffen.

Ein unabhängiges Labor

Aus jeder medizinischen Cannabis-Charge wird eine Probe an ein unabhängiges Labor geschickt: Ofichem Labs. Dort wird das Cannabis einer qualitativen Analyse auf Schwermetalle, Pestizide, Pilze und andere Verunreinigungen unterzogen. Zudem wird überprüft, ob das Produkt die einzelnen Inhaltsstoffe in genau den richtigen Mengen enthält. Anschließend kann das Cannabis dann als Medikament verwendet werden. Die Ärzte und Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass es die vorgesehenen Inhaltsstoffe enthält. Nur wenn die Testergebnisse zufriedenstellend sind, gibt das OMC die Charge frei und das pharmazeutische Verpackungsunternehmen kann anfangen.

Bestrahlung

Sobald das Cannabis unser Haus verlassen hat, wird es zunächst bestrahlt. Dies hat die niederländische Regierung beschlossen. Durch die Bestrahlung mit Gammastrahlen werden die Produkte steril und länger haltbar gemacht. Dieses Verfahren wird häufig in der pharmazeutischen Industrie angewendet. Es ist eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, um alle Mikroorganismen, wie beispielsweise Bakterien und Pilze, abzutöten und das Produkt länger haltbar zu machen. Diese Bestrahlung hat keine negativen Auswirkungen auf die Qualität des Cannabisprodukts und die Gesundheit der Patienten. Das Produkt wird dadurch auch nicht radioaktiv, wie einige vielleicht denken mögen. Die Firma Steris spezialisiert sich auf Gammabestrahlung und übernimmt diese Tätigkeit im Auftrag der niederländischen Regierung.

Dutch Model De

Der Verpacker

Im Anschluss an die Bestrahlung wird das medizinische Cannabis an die Verpackungs- und Vertriebsfirma weitergeleitet. Die niederländische Regierung hat die Firma Fagron damit beauftragt. Dabei wird das Cannabis in 5-Gramm-Gefäßen oder in Großverpackungen an Apotheker oder pharmazeutische Firmen ausgeliefert. Ein Mitarbeiter des OMC führt zudem eine Inspektion bei Fagron durch. Hierbei wird überprüft, ob die Behälter richtig gewogen wurden und das gesamte Verpackungsgewicht des medizinischen Cannabis stimmt.

Vertrieb

Abgesehen von den Verpackungstätigkeiten agiert Fagron auch als pharmazeutischer Großhandel. Die Apotheken können ihr medizinisches Cannabis direkt hier bestellen. Fagron übernimmt dann die Auslieferung an die jeweilige Apotheke.

Dosierbarer Cannabis-Inhalator zur präzisen Anwendung von Cannabis

Die genaue Dosierung der Behandlungsdosis mit Cannabis stellt nach wie vor eine wesentliche Herausforderung dar, was demzufolge oftmals zu einer Zurückhaltung der Ärzte bei der Verschreibung von medizinischem Cannabis führt.
Eine kürzlich durchgeführte Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein von Syqe Medical hergestellter Dosierbarer Cannabis-Inhalator, der verarbeitetes Bedrocan-Cannabis enthält, eine Personalisierung der medizinischen Cannabistherapie ermöglicht.
“Diese Studie ist die erste, die zeigt, dass die individuelle Sensitivität des Menschen in Bezug auf THC signifikant höher ist als bisher angenommen. Es deutet alles darauf, dass wenn wir Patienten mit einer wesentlich höheren Präzision behandeln können, geringere Mengen der Medikation notwendig sind, was wiederum zu einem geringeren Auftreten von Nebenwirkungen und zu einer insgesamt wirksameren Behandlung führt. Die Syqe-Dosierungstechnologie eignet sich ebenfalls für Opioide und andere Substanzen, die zwar potenziell wirksam, aber bekanntermaßen mit schädigenden Nebenwirkungen einhergehen können. Mit der Einführung eines Verfahrens zur Verabreichung von Arzneimitteln in solch geringen Dosen und einer derart hohen Auflösung kann es uns gelingen Behandlungsergebnisse zu erzielen, die bisher nicht möglich waren”, erklärte Perry Davidson, CEO von Syqe Medical.

Nach Ansicht von Dr. Mikael Kowal, Clinical Research Coordinator bei Bedrocan International, ist dieses Resultat ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung von Cannabis als effektive Schmerzbehandlung. “Die randomisierte placebokontrollierte klinische Studie von Syqe Medical hat gezeigt, dass der Dosierinhalator mit aufbereitetem Bedrocan-Cannabis in der Lage war, bei 24 Patienten mit neuropathischen Schmerzen/komplexem-regionalem Schmerzsyndrom (CRPS) eine dosisabhängige Analgesie zu erzeugen”, erklärt Kowal. “Die Ergebnisse zeigten, dass der Inhalator effektiv eingesetzt werden kann, um präzise Dosen von Cannabis in pharmazeutischer Qualität zu verabreichen, die bei geringeren THC-Mengen als bei anderen Darreichungsmethoden eine schmerzstillende Wirkung erzeugen können. Sehr interessant bleibt aber dennoch die Frage, ob die Schmerzreduktion, die sich aus der Inhalation niedriger und präziser THC-Dosen ergibt, langfristig stabil bleibt. Dies ist mit Sicherheit eine der wichtigsten Fragen der zukünftigen Forschungsarbeit an diesem vielversprechenden Produkt.”

Syqe Inhaler
Syqe inhaler

So funktioniert unser Endocannabinoid-System

Wie im Falle des Opioidsystems, das auf Opioide (Morphin, Codein) reagiert, haben Menschen ein spezielles Rezeptor-System für Cannabinoide. Das Endocannabinoid-System (ECS) enthält Cannabinoid (CB)-Rezeptoren und beeinflusst die Aktivität vieler anderer Körpersysteme. Die Phytocannabinoide der Cannabispflanze haben eine ähnliche Wirkung auf unsere natürlich produzierten Endocannabinoide.

Cannabinoid Rezeptoren

Das menschliche Gehirn und andere Organe enthalten natürlich vorkommende Cannabinoid (CB)-Rezeptoren und die Chemikalien, die sich mit ihnen verbinden. Das nennt man das menschliche Endocannabinoid-System (ECS). Die Rolle des ECS ist es, die normale Funktionsfähigkeit unseres Körpers aufrechtzuerhalten, indem es die Funktionsweise anderer Systeme beeinflusst. Es spielt eine entscheidende Rolle in unserem Nervensystem und reguliert unterschiedliche physiologische Vorgänge. Dazu gehören die Anpassung unserer Schmerzreaktion, Appetit, Verdauung, Schlaf, Stimmung, Entzündungen und Gedächtnis.

Das ECS beeinflusst außerdem Anfallsschwellen (z. B. bei Epilepsie), Koordination und andere Prozesse, wie Immunsystem, Herzfunktion, sensorische Integration (Berührung, Gleichgewicht, Raumgefühl), Fruchtbarkeit, Knochenfestigkeit, die zentrale Stressachse (die HPAA), neurale Entwicklung und Augendruck.

Cannabinoid receptors

Endocannabinoide

Menschen produzieren ihre eigenen Cannabinoide, die Endocannabinoide. Diese Endocannabinoide wirken auf die Cannabinoid-Rezeptoren oder stimulieren sie. Diese Verbindungen verhalten sich auf ähnliche Weise gegenüber den Phytocannabinoiden, die sich auch an die Rezeptoren binden. Die Pflanzencannabinoide werden auch Phytocannabinoide genannt. Sie sind die einzigartigen Inhaltstoffe der Cannabispflanze. Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind die Hauptbestandteile. Es gibt andere Cannabinoide, aber über diese ist derzeit deutlich weniger bekannt.

So befinden sich CB1-Rezeptoren beispielsweise in einigen Regionen des Gehirns, die unterschiedliche physische und Verhaltensfunktionen steuern. Daher beeinflussen Cannabinoide die sensorische und motorische Reaktionsfähigkeit (Bewegung), Herzfrequenz, emotionale Reaktionen, Appetit und Übelkeit/Erbrechen, Schmerzempfindlichkeit, Lernen und Gedächtnis sowie Entscheidungsfindung auf hoher Ebene. Je mehr wir über menschliche ECS erfahren, umso besser werden wir verstehen, wie die Phytocannabinoide, THC, CBD und andere Cannabinoide funktionieren. Dieses Verständnis wird zu besseren Medikamenten führen.

Endocannabinoidsystem (EDS)

GPCR

Cannabinoid-Rezeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR). GPCR sind auf der Oberfläche unserer Zellen zu finden. Diese Rezeptoren fungieren angeblich wie eine Mailbox für Nachrichten: sie ‚kommunizieren‘ mit Zellen und somit auch mit unserem Körper. GPCR haben eine Vielzahl von Funktionen im menschlichen Körper. Daher verdanken viele Medikamente, darunter medizinisches Cannabis, ihre Funktion den GPCR. Menschen produzieren Endocannabinoide, die mit den GPCR CB1 und CB2 interagieren. Das meiste wissen wir über die Endocannabinoide Anandamid (AEA) und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG).

Die unterschiedlichen Arten von Cannabinoiden werden in dem Schaubild unten kurz beschrieben. Dazu gehören auch diejenigen, die aus der Cannabispflanze gewonnen werden sowie die im Labor hergestellten und in unserem Körper produzierten Cannabinoide.

Studie: Medizinisches Cannabisöl kann Migräneanfälle lindern

Medizinisches Cannabisöl auf Basis von Bediol und Bedica hat möglicherweise eine positive Wirkung auf die Schwere und Frequenz von Migräneanfällen. Dies ergibt sich aus einer retrospektiven Querschnittstudie, bei der Patienten Fragebögen über ihre Erfahrungen mit der Verwendung von Cannabisöl ausgefüllt haben. Die Patienten wurden von der Transvaal Apotheek in Den Haag angeschrieben. Nach Angabe der Forscher könnte medizinisches Cannabisöl aus pharmakologischer Sicht als mögliches alternatives Medikament bei Migräne dienen.

Stärkste Verringerung von Migräne

Bediol-Öl wurde bei den teilnehmenden Patienten am häufigsten verschrieben und bewirkte die stärkste Verringerung der Anzahl Migräneanfälle pro Monat und auch der Intensität. Auch Bedica-Öl bewirkte eine erhebliche Verringerung der Anzahl und Intensität der Migräneanfälle. Bedrocan-Cannabisöl scheint keinen Einfluss auf die Frequenz und Schwere der Migräneanfälle zu haben.

Medizinisches Cannabisöl wird tropfenweise sublingual verabreicht. Medizinisches Cannabis Flos, die getrocknete Variante, wird unter anderen in verdampfter und essbarer Form angewendet.

Migräne und Menopause

Das Durchschnittsalter der teilnehmenden Patienten war 54 Jahre. Circa 80 % davon waren weiblich und die meisten dieser Frauen waren im Alter rund um die Menopause. Den Forschern zufolge kann dies bei den positiven Ergebnissen unter den weiblichen Teilnehmern eine Rolle gespielt haben. Studien haben ergeben, dass sich bei den meisten Frauen, die unter Migräne leiden, die Beschwerden nach der Menopause verbessern. Es gibt jedoch auch andere Studien, die darauf hinzuweisen scheinen, dass die Migräne bei Frauen nach der Menopause schlimmer zu werden scheint. Den Forschern zufolge lässt sich daher nicht mit Sicherheit sagen, dass die Menopause eine positive Wirkung auf die Ergebnisse der weiblichen Teilnehmer hatte.

Nebenwirkung

Des Weiteren wurde in der Befragung nach fünf bestimmten Nebenwirkungen gefragt, und zwar: Übelkeit, Schläfrigkeit, Nervosität, Albträume und Gedächtnisverlust. Bei der Verwendung von medizinischem Cannabisöl wurden vorrangig Beschwerden durch Übelkeit und Schläfrigkeit als Nebenwirkung gemeldet.

Es gab mehr Patienten, bei denen die Übelkeit weniger wurde, als Patienten bei denen die Übelkeit schlimmer wurde. Dies kann den Forschern zufolge eher als eine therapeutische Wirkung betrachtet werden und nicht als eine Nebenwirkung. Dieser Rückgang zeigte sich insbesondere bei der Verwendung von Bedica-Öl. Anlässlich dieser Studie könnte Bedica-Öl bei Patienten empfohlen werden, die bei einem Migräneanfall unter Übelkeit leiden.

Um die Befunde dieser Studie zu bestätigen, und um medizinischem Cannabisöl einen Platz in den heutigen Behandlungsrichtlinien für Migräne zu verschaffen, stellen die Forscher fest, dass randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit einer größeren Studienpopulation erwünscht ist.

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