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Internationale Studien belegen: Kein genetischer Unterschied zwischen ‘Sativa’ und ‘Indica’ Cannabis

Die Cannabisindustrie sollte kritischer mit ihren eigenen Produktkennzeichnungen umgehen. Nach Angaben von Forschern der kanadischen Dalhousie University und der Wageningen University & Research sind die Indica- und Sativa-Kennzeichnungen auf Cannabis häufig falsch und irreführend. Patienten und Verbraucher würden von einem mehr wissenschaftlichen Ansatz profitieren. Die Forscher analysierten Hunderte von Cannabisproben. Die Studie belegt, dass die genetische und chemische Zusammensetzung des getesteten Cannabis häufig nicht mit den Typenbezeichnungen Indica oder Sativa übereinstimmt.

Cannabis Kennzeichnungen sind häufig falsch und irreführend“

Die Ergebnisse wurden kürzlich in der führenden internationalen Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlicht. Robin van Velzen, Pflanzenexperte an der Universität Wageningen und mit Bedrocan verbunden, war an der Studie beteiligt.

Die Begriffe Indica und Sativa werden häufig verwendet, um Cannabis zu kategorisieren. Es wird allgemein angenommen, dass diese unterschiedlichen Begriffe mit bestimmten psychoaktiven Wirkungen in Zusammenhang stehen. Häufig wird die Wirkung einer Sativa-Sorte als psychisch anregend und belebend beschrieben, während die Wirkung einer Indica-Sorte als entspannend und beruhigend beschrieben wird. Auch wird häufig der Eindruck geweckt, dass dieser Sorten etwas über den genetischen Hintergrund aussagen.

Indica or Sativa - how the industry classifies

Die Studie ergab jedoch, dass Pflanzen mit der Kennzeichnung Sativa genetisch nicht anders sind als Indica-Pflanzen. Auch chemisch stimmen die beiden Typen weitgehend überein.

„Züchter in aller Welt bezeichnen ihre Cannabissorten ganz subjektiv als ‘Indica’ und ‘Sativa’. Einen wissenschaftlichen Hintergrund gibt es dafür nicht. Leider können sich Einzelhändler und Verbraucher nicht auf die Kennzeichnungen verlassen“, sagt Dr. Sean Myles, Associate Professor an der landwirtschaftlichen Fakultät der Dalhousie University und leitender Autor der Studie.

„Inzwischen ist sich die Wissenschaft weitestgehend einig darüber, dass die aktuelle Verwendung der Indica- und Sativa-Kennzeichnungen irreführend ist: Diese Kennzeichnungen liefern keine zuverlässigen Informationen über die genetische oder chemische Zusammensetzung der Pflanze“, fährt Myles fort.

Terpene

Die Studie hat gezeigt, dass genetisch nicht nachgewiesen werden kann, ob es sich bei einer Cannabispflanze um eine Indica oder Sativa handelt. Es gibt keinen genetischen Unterschied. „Unsere Studie zeigt vor allem, dass man sich nicht einfach auf die Kennzeichnung verlassen sollte, sondern sich das spezifische Terpenprofil ansehen sollte“, sagt Van Velzen. „Zum Beispiel enthält Cannabis mit dem Namen Sativa häufig höhere Konzentrationen an einzelnen Terpenen mit teeartigem und fruchtigem Aroma, während Indica-Proben im Allgemeinen höhere Konzentrationen an Terpenen mit erdigem Aroma wie Myrcen, Guaiol, Gamma-Elemene und Gamma-Eudesmol enthalten.“

Doch dieser Unterschied, den die Forscher entdeckten, ist nicht überzeugend: „Es geht dann wirklich um diese spezifischen, individuellen Terpene, die den Unterschied ausmachen. Das chemische Profil insgesamt zeigt, ebenso wie die Genetik, keinen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Typen. Wir fanden auch nur wenige Stellen im Cannabisgenom, die vermutlich zu dem erdigen Aroma beitragen, das mit dem Typ Indica assoziiert wird“, so Van Velzen.

Auffallend ist auch, dass verschiedene Cannabisproben, die unter demselben Namen verkauft werden, wie z. B. ‘Lemon Haze’ oder ‘OG Kush’, untereinander genetisch genauso unterschiedlich sein können wie Proben mit anderen Namen.

Van Velzen: „Im Gegensatz zu anderen wertvollen Pflanzenarten ist die Kennzeichnung von Cannabis sehr unzuverlässig. Dies ist insbesondere für Patienten, die Cannabis als Arzneimittel verwenden, unerwünscht.“

Bedica

Bedrocan führt die Terpenprofile aller einzelnen Produkte auf der Website auf und unterscheidet je Cannabisprodukt zwischen Indica und Sativa, da viele Patienten diese Informationen benötigen. Das Produkt Bedica wird als Indica-Variante vermarktet. Van Velzen: “Die typischen Terpene wie Myrcen und Gamma-Eudesmol sind auch in Bedica zu finden. Insofern steht die Kennzeichnung daher im Einklang mit unseren Erkenntnissen.“

Die Forscher meinen, dass die Industrie offener über die chemische Zusammensetzung sein sollte. „Geben Sie einfach die richtigen Terpenprofile an, anstatt unzuverlässige Namen wie Indica oder Sativa zu verwenden. Glücklicherweise tun einige Unternehmen dies bereits, aber standardisierte Messungen und Namensvorgaben fehlen noch. Zuverlässige Informationen sind von großer Bedeutung, vor allem im medizinischen Anwendungsbereich“, schließt Van Velzen.

Sean Myles und Sophie Watts bei Bedrocan Series

Am Freitag, den 5. November, sind Sean Myles und Sophie Watts vom Forschungsteam der Dalhousie University zu Gast bei der Bedrocan Series. In diesem Webinar werden sie mehr über die Forschung und ihre Ergebnisse erklären. Möchten Sie mehr wissen? Oder schon einen Platz beim Webinar reservieren? Klicken Sie hier.

Rauchen von Cannabis vs Verdampfung

Weltweit verabreichen Menschen auf vielfältige Weise medizinischen Cannabis. Die Inhalation ist eine Möglichkeit. Obwohl die Verdampfung nach wie vor eine bemerkenswerte Art des Konsums ist, steht das Rauchen von Cannabis nach wie vor an erster Stelle. Aber warum Cannabis rauchen, wenn Verdampfung eine Option ist?

Warum sollte man Cannabis rauchen wenn das verdampfen eine Option ist?

Stellen Sie sich das Rauchen einmal vor. Einatmen… Ausatmen… Tief einatmen! Husten, husten, husten! Die Lungen gefüllt mit Rauch, Teer, Giftstoffen… Was ist das Beste? Rauchen von Cannabis oder verdampfung?

Seit Jahren werden wir vor dem Rauchen gewarnt, hauptsächlich aufgrund unseres kollektiven Wissens über die Risiken des Tabakrauchens. Somit ist uns eigentlich klar, dass auch das Rauchen von Cannabis schädlich ist.

Betrachtet man Kanada, so hat unter den Befragten, die im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, die Mehrheit Cannabisblüten konsumiert.

Ungeachtet der Tatsache, dass mehr als die Hälfte (53%) gesundheitlichen Warnhinweisen begegnet ist, die ihr Wissen über die mit dem Cannabiskonsum verbundenen Schäden erweitert haben, hat die Mehrheit weiter geraucht.

Tatsächlich war das Rauchen (84%) in Kanada die häufigste Konsummethode unter nicht-medizinischen Konsumenten. Obwohl sie nicht identisch sind, gibt es ähnliche Tendenzen unter den kanadischen Medikamenten-Konsumenten (die im Durchschnitt 1,5 Gramm/Tag Cannabisblüten konsumieren).

Und in der Tat spiegelt sich dieses Konsumprofil unter den Befragten in früheren Umfragen zum ‘Konsum’ wider.

Es stellt sich die berechtigte Frage, warum verdampfen die Betroffenen nicht?
Sind es die Kosten? Ist der Zugang und die Benutzung eines Vaporizers unerschwinglich? Sind es Menschen, die nicht an die Verdampfungstechnologie gewöhnt sind? Oder ist es vielleicht einfacher, einen Joint zu drehen und zu rauchen?

Die Vorzüge der Verdampfung von Cannabis

Es ist uns hinreichend bekannt, dass die Verwendung eines hochwertigen Verdampfungsgerätes die respiratorischen Nachteile des Rauchens vermeidet.

Ein verdampfendes medizinisches Gerät senkt im Vergleich zum Cannabisrauchen die Konzentrationen toxischer Verbindungen wie Kohlenmonoxid, Ammoniak und polyaromatischer Kohlenhydrate (PACs) drastisch. Im Vergleich zum Rauchen sind höhere therapeutische THC-Konzentrationen und eine konsistente, reproduzierbare THC-Extraktion und -Abgabe möglich.

Es wurde festgestellt, dass die Inhalation über einen Verdampfer ein wirklich effizienter Darreichungsweg ist. Der Dampf wird rasch von den Lungen absorbiert, was rasch zu messbaren Cannabinoid-Serumspiegeln führt, die innerhalb von Minuten den Tmax-Wert erreichen.

Der rasche Wirkungseintritt von verdampften und inhalierten Cannabinoiden ermöglicht eine einfachere Titration der Dosis je nach Schwere des Symptoms, Verträglichkeit und Vermeidung von Nebenwirkungen.

Cannabisblüte in pharmazeutischer Qualität ist zwar vollständig standardisiert, ermöglicht aber die Verabreichung einer exakten Dosis – gesicherte Dosiszusammensetzung und Dosiswiederholbarkeit.

Es bedeutet auch, dass es frei von Schadstoffen wie Mikroben, Pestiziden, Schwermetallen und anderen toxischen Verbindungen ist. Aus Sicht der Patientensicherheit machen diese Eigenschaften den Dampf für die Inhalation in die Lunge sicherer.

In den letzten Jahren haben immer mehr Patienten Cannabisblüten verdampft, ohne über ernsthafte unerwünschte Reaktionen zu berichten. Es ist jetzt an der Zeit, nach Wegen zu suchen, wie Patienten vom Rauchen weg und hin zu weniger schädlichen Verabreichungsformen bewegt werden können.

Da die Patienten einen zuverlässigen, erschwinglichen und tragbaren Verdampfer für die Verabreichung von Cannabisblüten suchen, ist hier vielleicht mehr Aufmerksamkeit gefragt!

Ist eine kompetente, gut getimte Strategie der Weg in die Zukunft?

Rauchen von Cannabis oder Verdampfung. Zukunftsorientiertes Denken – strategische Sichtweisen

Da die Patienten eine Präferenz für Verdampfer angeben, könnte eine vernünftige Vorgehensweise und praktische Aufklärung der Weg sein, um eine positive Veränderung einzuleiten.

Im Hinblick auf die Handhabung muss die zukünftige Vorgehensweise klar und deutlich sein. Zum Beispiel ist in Deutschland, Australien, Neuseeland und den Niederlanden das Rauchen von Cannabis Flos (Cannabisblüte) nicht erlaubt und/oder es wird aktiv davon abgeraten. Die klinischen Leitlinien unterstützen lediglich Cannabis Flos zur Inhalation, die durch Verdampfen verabreicht werden. Derartige Richtlinien benötigen die Unterstützung des Gesundheitssektors und der Industrie und müssen von den Betroffenen und ihren Interessenvertretern mitgetragen werden.

Auch andere Ansätze sind denkbar:

  • Schaffung eines positiven regulatorischen Umfelds, das sich auf schnelle Entwicklungen in der Vaporisator-Industrie konzentriert und diese ermöglicht. Das Ziel besteht darin, Verdampfer einzuführen, die erschwinglicher, tragbarer, benutzerfreundlicher, umweltfreundlicher und konsumentenfreundlicher sind.
  • Sicherstellen, dass ein generelles Inhalationsverbot nicht in Gesetze gepresst wird. Qualitativ hochwertige Verdampfergeräte vom Markt auszuschließen, wäre unsinnig. Das würde bedeuten:
    • Zugelassene Verwendung in Krankenhäusern und Hospizen, in Altenheimen und im häuslichen Bereich zu unterbinden.
    • Auswirkungen auf die Verabreichungsmöglichkeiten haben; die therapeutischen Optionen und die Wahlfreiheit von Verschreibenden und Patienten einschränken.
    • Beschränkung der Verabreichung auf die orale Verabreichung (d.h. Ausschluss der Inhalationsoption).

Ein weiterer Aspekt wäre eine Strategie, die sich auf die Unterstützung der Aufklärung konzentriert:

  • Aufklärung der verschreibenden Ärzte, Apotheker und Patienten, damit diese die Unterschiede zwischen “vaporisierenden Cannabinoiden” und “verdampfenden Cannabis Flos (Cannabisblüte)” zur Kenntnis nehmen und die Gründe, warum das Rauchen vermieden werden sollte, umfassend begreifen.
  • Aufklärung der Konsumenten (d.h. der Patienten) über die Vorteile der Verwendung eines Verdampfers im Vergleich zum Rauchen. Dies erfordert eine wirklich kluge Sozialwerbung, die die Menschen dazu bringt, ihr oftmals verfestigtes Konsumverhalten und die akzeptierte Kultur des Rauchens eines Joint zu ändern.
  • Aufklärung der Konsumenten (d.h. der Patienten) über die Vorzüge eines guten Vaporizers – welche Qualitätsaspekte zu beachten sind.

Weitere Informationen zur Verabreichung finden Sie im Artikel The risks of vaping cannabis (Die Risiken des Verdampfens von Cannabis).

Verweise

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[8] Tmax: Die Zeit, die benötigt wird, um die maximale Konzentration (Cmax) einer exogenen Verbindung oder eines Arzneimittels im Plasma oder Gewebe nach Verabreichung einer Dosis zu erreichen.

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Dosierbarer Cannabis-Inhalator zur präzisen Anwendung von Cannabis

Die genaue Dosierung der Behandlungsdosis mit Cannabis stellt nach wie vor eine wesentliche Herausforderung dar, was demzufolge oftmals zu einer Zurückhaltung der Ärzte bei der Verschreibung von medizinischem Cannabis führt.
Eine kürzlich durchgeführte Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein von Syqe Medical hergestellter Dosierbarer Cannabis-Inhalator, der verarbeitetes Bedrocan-Cannabis enthält, eine Personalisierung der medizinischen Cannabistherapie ermöglicht.
“Diese Studie ist die erste, die zeigt, dass die individuelle Sensitivität des Menschen in Bezug auf THC signifikant höher ist als bisher angenommen. Es deutet alles darauf, dass wenn wir Patienten mit einer wesentlich höheren Präzision behandeln können, geringere Mengen der Medikation notwendig sind, was wiederum zu einem geringeren Auftreten von Nebenwirkungen und zu einer insgesamt wirksameren Behandlung führt. Die Syqe-Dosierungstechnologie eignet sich ebenfalls für Opioide und andere Substanzen, die zwar potenziell wirksam, aber bekanntermaßen mit schädigenden Nebenwirkungen einhergehen können. Mit der Einführung eines Verfahrens zur Verabreichung von Arzneimitteln in solch geringen Dosen und einer derart hohen Auflösung kann es uns gelingen Behandlungsergebnisse zu erzielen, die bisher nicht möglich waren”, erklärte Perry Davidson, CEO von Syqe Medical.

Nach Ansicht von Dr. Mikael Kowal, Clinical Research Coordinator bei Bedrocan International, ist dieses Resultat ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung von Cannabis als effektive Schmerzbehandlung. “Die randomisierte placebokontrollierte klinische Studie von Syqe Medical hat gezeigt, dass der Dosierinhalator mit aufbereitetem Bedrocan-Cannabis in der Lage war, bei 24 Patienten mit neuropathischen Schmerzen/komplexem-regionalem Schmerzsyndrom (CRPS) eine dosisabhängige Analgesie zu erzeugen”, erklärt Kowal. “Die Ergebnisse zeigten, dass der Inhalator effektiv eingesetzt werden kann, um präzise Dosen von Cannabis in pharmazeutischer Qualität zu verabreichen, die bei geringeren THC-Mengen als bei anderen Darreichungsmethoden eine schmerzstillende Wirkung erzeugen können. Sehr interessant bleibt aber dennoch die Frage, ob die Schmerzreduktion, die sich aus der Inhalation niedriger und präziser THC-Dosen ergibt, langfristig stabil bleibt. Dies ist mit Sicherheit eine der wichtigsten Fragen der zukünftigen Forschungsarbeit an diesem vielversprechenden Produkt.”

Syqe Inhaler
Syqe inhaler

So funktioniert unser Endocannabinoid-System

Wie im Falle des Opioidsystems, das auf Opioide (Morphin, Codein) reagiert, haben Menschen ein spezielles Rezeptor-System für Cannabinoide. Das Endocannabinoid-System (ECS) enthält Cannabinoid (CB)-Rezeptoren und beeinflusst die Aktivität vieler anderer Körpersysteme. Die Phytocannabinoide der Cannabispflanze haben eine ähnliche Wirkung auf unsere natürlich produzierten Endocannabinoide.

Cannabinoid Rezeptoren

Das menschliche Gehirn und andere Organe enthalten natürlich vorkommende Cannabinoid (CB)-Rezeptoren und die Chemikalien, die sich mit ihnen verbinden. Das nennt man das menschliche Endocannabinoid-System (ECS). Die Rolle des ECS ist es, die normale Funktionsfähigkeit unseres Körpers aufrechtzuerhalten, indem es die Funktionsweise anderer Systeme beeinflusst. Es spielt eine entscheidende Rolle in unserem Nervensystem und reguliert unterschiedliche physiologische Vorgänge. Dazu gehören die Anpassung unserer Schmerzreaktion, Appetit, Verdauung, Schlaf, Stimmung, Entzündungen und Gedächtnis.

Das ECS beeinflusst außerdem Anfallsschwellen (z. B. bei Epilepsie), Koordination und andere Prozesse, wie Immunsystem, Herzfunktion, sensorische Integration (Berührung, Gleichgewicht, Raumgefühl), Fruchtbarkeit, Knochenfestigkeit, die zentrale Stressachse (die HPAA), neurale Entwicklung und Augendruck.

Cannabinoid receptors

Endocannabinoide

Menschen produzieren ihre eigenen Cannabinoide, die Endocannabinoide. Diese Endocannabinoide wirken auf die Cannabinoid-Rezeptoren oder stimulieren sie. Diese Verbindungen verhalten sich auf ähnliche Weise gegenüber den Phytocannabinoiden, die sich auch an die Rezeptoren binden. Die Pflanzencannabinoide werden auch Phytocannabinoide genannt. Sie sind die einzigartigen Inhaltstoffe der Cannabispflanze. Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind die Hauptbestandteile. Es gibt andere Cannabinoide, aber über diese ist derzeit deutlich weniger bekannt.

So befinden sich CB1-Rezeptoren beispielsweise in einigen Regionen des Gehirns, die unterschiedliche physische und Verhaltensfunktionen steuern. Daher beeinflussen Cannabinoide die sensorische und motorische Reaktionsfähigkeit (Bewegung), Herzfrequenz, emotionale Reaktionen, Appetit und Übelkeit/Erbrechen, Schmerzempfindlichkeit, Lernen und Gedächtnis sowie Entscheidungsfindung auf hoher Ebene. Je mehr wir über menschliche ECS erfahren, umso besser werden wir verstehen, wie die Phytocannabinoide, THC, CBD und andere Cannabinoide funktionieren. Dieses Verständnis wird zu besseren Medikamenten führen.

Endocannabinoidsystem (EDS)

GPCR

Cannabinoid-Rezeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR). GPCR sind auf der Oberfläche unserer Zellen zu finden. Diese Rezeptoren fungieren angeblich wie eine Mailbox für Nachrichten: sie ‚kommunizieren‘ mit Zellen und somit auch mit unserem Körper. GPCR haben eine Vielzahl von Funktionen im menschlichen Körper. Daher verdanken viele Medikamente, darunter medizinisches Cannabis, ihre Funktion den GPCR. Menschen produzieren Endocannabinoide, die mit den GPCR CB1 und CB2 interagieren. Das meiste wissen wir über die Endocannabinoide Anandamid (AEA) und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG).

Die unterschiedlichen Arten von Cannabinoiden werden in dem Schaubild unten kurz beschrieben. Dazu gehören auch diejenigen, die aus der Cannabispflanze gewonnen werden sowie die im Labor hergestellten und in unserem Körper produzierten Cannabinoide.

Die Problematik von CBD-Öl

Die Qualität von CBD-Öl und anderer CBD-Produkte, die heute weit verbreitet sind, variiert erheblich. Von Ölen pharmazeutischer Qualität bis hin zu Produkten mit fragwürdiger Zusammensetzung und in einigen Fällen geradezu gefährlich, ist alles auf dem Weltmarkt anzutreffen. Worauf sollten Sie als Verbraucher also unbedingt achten?

Weltweit besteht ein großes Interesse an Cannabidiol (CBD), was zum Teil auf die vielen Investitionsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Das liegt zum Teil daran, dass CBD im Gegensatz zur THC keine berauschende Wirkung hat.

Gleichzeitig wurde es in einer Reihe von Ländern neu klassifiziert, so dass es als rezeptpflichtiges Heilmittel verwendet werden darf. Vor dem Hintergrund der regulatorischen Veränderungen wurde CBD weltweit so dargestellt, als sei es ein Allheilmittel.

Die Zunahme der Verwendung von CBD-Öl oder anderen Produkten, die CBD enthalten, spiegelt eine starke Zunahme der Selbstmedikation wider. Diese Tendenz geht mit dem Risiko einher, hohe Dosen eines Medikaments einzunehmen, von dem wir nur sehr wenig wissen.

CBD-Öl

Der Vormarsch von CBD-Öl

Charlotte’s Choice löste einen Sturm aus – das Online-Video und die Geschichte verbreiteten sich viral. Die orale Verabreichung von CBD verringerte die durch das Dravet-Syndrom verursachten Anfälle bei einem Kleinkind. Die grosse Medienberichterstattung erhöhte die Nachfrage nach CBD, während politische Machtspiele die Zugänglichkeit verbesserten.

Zwar nahm die Zahl der Cannabinoidbehandlungen aufgrund der Anhäufung anekdotischer Beweise zu, aber das Fehlen klinischer Beweise untermauerte weder die Sicherheit noch die Wirksamkeit.

In der Folge veröffentlichte der Medikamentenentwickler GW Pharmaceuticals solide Forschungsergebnisse zur Unterstützung des Einsatzes von CBD bei therapieresistenter Epilepsie (d.h. Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom). Epidiolex™ wurde anschließend von der Food and Drug Administration (FDA), der amerikanischen Arzneimittelbehörde, zugelassen.

Als sich der Schwerpunkt der Berichterstattungen nicht nur auf Epilepsie, sondern allmählich auch auf andere Krankheitsbilder verlagerte, gewann CBD an Dynamik. Angesichts des vielversprechenden therapeutischen Potenzials in Verbindung mit dem Mangel an regulatorischer Aufsicht ist ein riesiger globaler Markt für (nicht regulierte) CBD-Produkte entstanden.

Nicht regulierte Produkte

Nicht oder schlecht regulierte Produkte stellen sowohl für Verbraucher als auch für Patienten ein Problem dar.

So kann es vorkommen, dass die Zusammensetzung von Cannabinoiden weder korrekt offengelegt noch von einem zertifizierten Kontrolllabor geprüft wird.

Einige Produkte enthalten möglicherweise keinerlei CBD, während andere hohe Dosen von THC enthalten können. Solch zweifelhafte Produkte enthalten oftmals Lösungsmittelrückstände, die bei der Herstellung anfallen, sowie Kontaminationen wie Mikroben, Pestizide, Schwermetalle oder Mykotoxine. Abgesehen davon, dass es eine Gesundheitsgefahr der Verbraucher darstellt, erschwert die mangelnde Konsistenz der Präparate die Beurteilung der therapeutischen Wirkungen.

Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach CBD erheblich zunehmen wird, sobald CBD für die Verwendung als Wellness-Produkt (z.B. Lotionen, Balsame, orale Tropfen) verfügbar wird oder in Konsumgütern (z.B. Getränke und andere Lebensmittel) enthalten ist.

Zum Teil könnte dieser Trend auf die mächtige Alkoholindustrie zurückzuführen sein, wobei sich Unternehmen wie Constellation Brands (Alkoholproduzent) und Canopy Growth Corporation (kanadischer Hersteller von medizinischem Cannabis für den Freizeitbereich) auf dem Markt behaupten.

Kann CDB schädigend sein?

Es scheint einen weltweiten Konsens darüber zu geben, dass CBD sicher ist und keine schädlichen Folgen hat. Das mag vor allem daran liegen, dass CBD, neben relativen Erfolg in bestimmten Fällen, nicht berauschend ist.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat sich mit diesem Thema befasst und festgestellt, dass “es viele unbeantwortete Fragen über Wissenschaft, Sicherheit und Qualität von Produkten gibt, die CBD enthalten.”

Sollte sich CBD als riskante Substanz erweisen und Schäden wie Lebertoxizität verursachen, wird die gesamte Industrie, die massiv in diese Substanz investiert hat, gründlich erforscht werden. Viele Unternehmen könnten in der Folge kollabieren.

CBD ist ein Arzneimittel, konsultieren Sie daher unbedingt immer einen Arzt

Da die CBD das Endocannabinoid-System beeinflusst, kann sie auch dieses System stören. CBD birgt noch viel Unbekanntes. Insbesondere zur langfristigen Anwendung und hohen Tagesdosen sollte geforscht werden.

Einige bekannte Nebenwirkungen von CBD sind Müdigkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Darüber hinaus ist CBD in der Regel eine ergänzende Behandlung (in Kombination mit anderen Medikamenten) und wird von den Leber-Cytokochrom-P450-Enzymen (CYP450) metabolisiert.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln, die durch das CYP450-System metabolisiert werden, besteht ein Wechselwirkungspotenzial von Arzneimitteln. Nicht umsonst wird bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberinsuffizienz eine Dosisanpassung empfohlen, um die Belastung des Stoffwechselprozesses zu verringern.

Die weit verbreitete “Selbstmedikation” birgt Risiken, die über die schlechte Qualität der Produkte hinausgehen. Verbraucher oder Patienten sollten ermutigt werden, sich vor einem Therapieversuch über CBD zu informieren oder Gesundheitsfachleute zu befragen. Angehörige der Gesundheitsberufe müssten empfehlen, nur zuverlässige, sichere und standardisierte Produkte zu verwenden, vorzugsweise von pharmazeutischer Qualität. In der Regel bedeutet dies den Kauf von Produkten aus einer Apotheke.

Analyse-Zertifikat

CBD-Produkte werden heutzutage online oder in der Drogerie verkauft oder sind über informelle Kanäle erhältlich. In Europa und den Vereinigten Staaten werden viele CBD-haltige Produkte als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, und merkwürdigerweise werden die meisten nicht von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) oder der FDA, den Gremien, die sich mit Sicherheitsfragen befassen, zugelassen.

Ein seriöses CBD-Produkt verfügt über ein Analysezertifikat (CoA), in dem der deklarierte CBD-Gehalt (Milligramm pro Milliliter (mg/ml)) angegeben ist, und besitzt außerdem eine Garantie, dass das Produkt frei von Verunreinigungen ist.

Ein CoA wird von einem externen, unabhängig beauftragten Labor erstellt. Verlangen Sie dies! Ein Qualitätsprodukt hat wahrscheinlich auch Online-Rezensionen, die mit dem Analysezertifikat verglichen werden können.

Qualitätskontrolle und CBD-Öl

Qualitätskontrolle und Standardisierung sind von großer Bedeutung. Die Verwendung minderwertiger Rohstoffe und Methoden zur Herstellung von z.B. CBD-Öl führt zu einer inkonsistenten Zusammensetzung und dem Risiko einer Medikamentenkontamination (d.h. Toxizität).

Qualitativ hochwertige Produkte werden von pharmazeutischen Unternehmen oder Apotheken hergestellt. Der Herstellungsprozess gewährleistet gleichbleibende Stärke, Reinheit und Überwachung der Herstellungsprozesse.

Studie: Medizinisches Cannabisöl kann Migräneanfälle lindern

Medizinisches Cannabisöl auf Basis von Bediol und Bedica hat möglicherweise eine positive Wirkung auf die Schwere und Frequenz von Migräneanfällen. Dies ergibt sich aus einer retrospektiven Querschnittstudie, bei der Patienten Fragebögen über ihre Erfahrungen mit der Verwendung von Cannabisöl ausgefüllt haben. Die Patienten wurden von der Transvaal Apotheek in Den Haag angeschrieben. Nach Angabe der Forscher könnte medizinisches Cannabisöl aus pharmakologischer Sicht als mögliches alternatives Medikament bei Migräne dienen.

Stärkste Verringerung von Migräne

Bediol-Öl wurde bei den teilnehmenden Patienten am häufigsten verschrieben und bewirkte die stärkste Verringerung der Anzahl Migräneanfälle pro Monat und auch der Intensität. Auch Bedica-Öl bewirkte eine erhebliche Verringerung der Anzahl und Intensität der Migräneanfälle. Bedrocan-Cannabisöl scheint keinen Einfluss auf die Frequenz und Schwere der Migräneanfälle zu haben.

Medizinisches Cannabisöl wird tropfenweise sublingual verabreicht. Medizinisches Cannabis Flos, die getrocknete Variante, wird unter anderen in verdampfter und essbarer Form angewendet.

Migräne und Menopause

Das Durchschnittsalter der teilnehmenden Patienten war 54 Jahre. Circa 80 % davon waren weiblich und die meisten dieser Frauen waren im Alter rund um die Menopause. Den Forschern zufolge kann dies bei den positiven Ergebnissen unter den weiblichen Teilnehmern eine Rolle gespielt haben. Studien haben ergeben, dass sich bei den meisten Frauen, die unter Migräne leiden, die Beschwerden nach der Menopause verbessern. Es gibt jedoch auch andere Studien, die darauf hinzuweisen scheinen, dass die Migräne bei Frauen nach der Menopause schlimmer zu werden scheint. Den Forschern zufolge lässt sich daher nicht mit Sicherheit sagen, dass die Menopause eine positive Wirkung auf die Ergebnisse der weiblichen Teilnehmer hatte.

Nebenwirkung

Des Weiteren wurde in der Befragung nach fünf bestimmten Nebenwirkungen gefragt, und zwar: Übelkeit, Schläfrigkeit, Nervosität, Albträume und Gedächtnisverlust. Bei der Verwendung von medizinischem Cannabisöl wurden vorrangig Beschwerden durch Übelkeit und Schläfrigkeit als Nebenwirkung gemeldet.

Es gab mehr Patienten, bei denen die Übelkeit weniger wurde, als Patienten bei denen die Übelkeit schlimmer wurde. Dies kann den Forschern zufolge eher als eine therapeutische Wirkung betrachtet werden und nicht als eine Nebenwirkung. Dieser Rückgang zeigte sich insbesondere bei der Verwendung von Bedica-Öl. Anlässlich dieser Studie könnte Bedica-Öl bei Patienten empfohlen werden, die bei einem Migräneanfall unter Übelkeit leiden.

Um die Befunde dieser Studie zu bestätigen, und um medizinischem Cannabisöl einen Platz in den heutigen Behandlungsrichtlinien für Migräne zu verschaffen, stellen die Forscher fest, dass randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit einer größeren Studienpopulation erwünscht ist.

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